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  • 19. August 2008, 16:45, NZZ Online

    Das Phänomen des «botellón» erreicht die Stadt Bern

    Das Phänomen des «botellón» erreicht die Stadt Bern

    Stadtpräsident Tschäppät will Massenbesäufnis auf keinen Fall dulden

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    In Bern soll am 30. August ein Massenbesäufnis stattfinden - ein so genannter «botellón». Das hiess es jedenfalls am Dienstag zeitweise auf einer einschlägigen Internetseite. Stadtpräsident Alexander Tschäppät will den Anlass auf keinen Fall tolerieren.

    (sda) Solche Massenbesäufnisse seien nicht nur gesundheits-, sondern auch imageschädigend, sagte Tschäppät am Dienstag gegenüber der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen SF. Lösungen müssten zusammen mit anderen Städten gesucht werden. In Bern will er einen «botellón» aber auf keinen Fall dulden. «Man kann solche Anlässe über das Demonstrationsreglement verbieten», sagte der Stadtpräsident.

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    Jurist Tschäppät will zur Not sogar die Polizeiliche Generalklausel bemühen. Diese dient zur Abwendung von schweren Gefahren, wenn eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage fehlt. Ein solcher Ernstfall liegt für Tschäppät offenbar vor: Es sei unbestritten, dass Massenbesäufnisse zu Krawall, Lärm und grossen Abfallbergen führten, sagte er.

    Hervorragend geeignet

    Bedenken hat auch Roland Thür von der Berner Gewerbepolizei. Bei einem organisierten Trinken auf dem Bundesplatz handle es sich ganz klar um gesteigerten Gemeingebrauch öffentlichen Grunds, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. Dieser sei bewilligungspflichtig. Der angebliche «botellón» auf dem Bundesplatz eigne sich hervorragend, um die Notwendigkeit einer solchen Bewilligung aufzuzeigen. Am gleichen Abend sei dort nämlich schon ein Anlass vorgesehen: ein Openair-Konzert des Berner Symphonieorchesters. Dieses wies just am Dienstag auf den Anlass hin.

    Genf bewilligt «botellón» unter Auflagen

    Genf bewilligt «botellón» unter Auflagen

    (ap) Die Genfer Stadtregierung wird das für kommenden Freitagabend geplante «botellón» tolerieren. Allerdings ist die Bewilligung des Trinkgelages im Bastions-Park an Bedingungen geknüpft worden, wie Stadtpräsident Manuel Tornare am Mittwoch an einer Pressekonferenz bekannt gab. Die Stadt will Toiletten zur Verfügung stellen, während sich die Jugendlichen dazu verpflichtet hätten, Massnahmen zu treffen, um Auswüchse zu verhindern. Falls nötig, wollen sie auch Reinigungsequipen organisieren.

     

    Schon allein deshalb dürfte wohl die Stadt Bern eine Bewilligung verweigern, falls jemand um eine solche ersuchen würde. Dazu kommt, dass die Strassennutzungsverordnung der Stadt Bern präzisiert, wann Bewilligungen verweigert werden können: So auch, wenn eine Beeinträchtigung des Stadtbilds zu befürchten ist. Das ist wohl der Fall. Liessen doch die ersten Schweizer Nachahmer der in Spanien in Mode gekommenen Massenbesäufnisse, die sich Mitte Juli in einem Genfer Park trafen, viel Abfall zurück.

    Polizei will eingreifen

    Die Kantonspolizei Bern lässt auch keinen Zweifel daran, dass sie wenn nötig intervenieren würde. Sie könne jederzeit eingreifen, wenn die öffentliche Sicherheit und die Ordnung gefährdet sei, sagte Sprecher Olivier Cochet auf Anfrage. So auch bei strafbaren Handlungen wie Sachbeschädigungen.

    . Lesen Sie mehr zum Thema Stadt Zürich: Will Massenbesäufnis verhindern
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/polizeivorsteherin_maurer_will_massenbesaeufnis_verhindern_1.810051.html

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