[Alt + 1] zur Startseite [Alt + 2] zum Seitenanfang [Alt + 3] zur allgemeinen Navigation [Alt + 4] zur Hauptnavigation [Alt + 5] zum Inhalt [Alt + 6] zu Tipps, Hinweise und Kurzinfos [Alt + 7] zur Suche [Alt + 8] zum Login von MyNZZ [Alt + 9] zur Fusszeile
.
  • 20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Baldiger Baubeginn für Tram Zürich-West

    Baldiger Baubeginn für Tram Zürich-West

    Gerichtliche Auseinandersetzung um neue Tramlinie noch nicht beigelegt

    Toolbox
    Druckansicht
    Wie geplant kann mit dem Bau des Trams Zürich-West noch in diesem Herbst begonnen werden. Ob die neue Tramlinie termingerecht im Jahr 2011 fertiggestellt wird, ist allerdings noch offen. Die gerichtliche Auseinandersetzung um die Realisierung des Teilstücks auf der Pfingstweidstrasse könnte das Projekt verzögern.

    cn. Nicht nur für die Stadt Zürich, auch für den Kanton gilt das ehemalige Industriequartier in Zürichs Westen als Entwicklungsschwerpunkt. Gemeinsam mit dem Bund trägt der Kanton deshalb die Hauptkosten für die 150 Millionen Franken teure neue Tramlinie zwischen dem Escher-Wyss-Platz und dem Bahnhof Altstetten. Weitere 150 Millionen Franken kostet der Umbau der als Nationalstrasse klassierten Pfingstweidstrasse und weiterer Strassen im Bereich des neuen Tramtrassees. Diese Kosten teilen sich Bund und Kanton allein. Allerdings liegt die Federführung für die Neugestaltung des städtischen Strassenraums bei der Stadt Zürich.

    Anzeige
    .
    .

    Gang ans Bundesgericht?

    Die Verlängerung der Tramlinie 4 um 3,2 Kilometer wurde im letzten Jahr an zwei Abstimmungen von beinahe 70 Prozent aller Stimmberechtigten in der Stadt und im Kanton Zürich angenommen. Noch hängig sind allerdings mehrere Beschwerden vor Bundesverwaltungsgericht. Wie Stadtingenieur François Aellen und der Chef des kantonalen Amtes für Verkehr, Markus Traber, am Dienstag an einer Medienkonferenz ausgeführt haben, erwarten sie den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts noch in diesem Herbst. Sollte er ans Bundesgericht weitergezogen werden, drohen dem Projekt Verspätungen und Verteuerungen, weil dann verschiedene Projektanpassungen nötig werden. Die Beschwerden befassen sich zum einen Teil mit enteignungsrechtlichen Fragen. Zum andern Teil richten sie sich gegen die Tramführung oder führen verkehrspolitische und umweltrechtliche Bedenken ins Feld.

    Auch der gestern für den 9. September angekündigte Spatenstich für das Tram Zürich-West kann nur deshalb noch in diesem Jahr ausgeführt werden, weil das Bundesverwaltungsgericht den Einsprachen für mehrere Bauabschnitte die aufschiebende Wirkung entzog. Vom Gericht anerkannt wird dagegen die aufschiebende Wirkung der Beschwerden gegen das Bauvorhaben im Bereich der Pfingstweidstrasse. Hätte mit dem Bau der Tramlinie nicht mehr in diesem Jahr begonnen werden können, wäre der dem Infrastrukturfonds entnommene Baubeitrag des Bundes gefährdet gewesen.

    Förderung des öffentlichen Verkehrs

    Mit der neuen Tramlinie erhält das prosperierende Zürich-West eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, weil die beiden S-Bahnhöfe Altstetten und Hardbrücke miteinander verbunden werden. Da im Quartier bis zum Jahr 2015 Wohnraum für 7000 Personen und 31 000 Arbeitsplätze entstehen sollen, rechnen Stadt und Kanton Zürich mit einer Verdoppelung der Verkehrsströme. Sie sollen hauptsächlich vom neuen Tram aufgenommen werden. Parallel dazu wird die vielbefahrene Pfingstweidstrasse in eine übersichtliche städtische Allee umgestaltet. In jede Richtung führen zwei Spuren sowie kombinierte Rad- und Fusswege.

    Sollte das Projekt durch die gerichtliche Auseinandersetzung keine wesentlichen Verzögerungen erfahren, kann die neue Tramlinie im Jahr 2011 eröffnet werden. Begonnen wird am 9. September mit der Verlegung der Tramhaltestellen am Escher-Wyss-Platz an die Limmatstrasse sowie anderen Vorbereitungsarbeiten. Danach beginnt der eigentliche Bau der Tramlinie.

    Verkehrsbehinderungen erwartet

    Wie andere Grossbaustellen auch werden sich die Realisierung des Trams Zürich-West und der Umbau der Pfingstweidstrasse auf den Verkehr auswirken. Betroffen davon ist laut Hanspeter Fehr, dem Direktor der städtischen Dienstabteilung Verkehr, vor allem der motorisierte Privatverkehr, weil die Pfingstweidstrasse während der Bauzeit stadteinwärts längere Zeit nur noch einspurig befahren werden kann. Keine Einschränkungen erfährt dagegen der öffentliche Verkehr. Während der Bauzeit sollen die Busse und Trams wie gewohnt verkehren.

    SVP, SD und AL dagegen

    SVP, SD und AL dagegen

    cn. Der Bau der neuen Tramlinie, die vom Escher-Wyss-Platz unter der Hardbrücke durch und via Pfingstweidstrasse zum Bahnhof Altstetten führt, wurde in einer städtischen und einer kantonalen Abstimmung mit einem Ja-Stimmen-Anteil von je 70 Prozent gutgeheissen. Ursprünglich hatte sich in der Stadt aber Widerstand gegen das Projekt geregt. Kritisiert wurde weniger der Bau der Tramlinie als der Umbau der Pfingstweidstrasse. Befürchtet wurde eine Kapazitätserweiterung der vielbefahrenen Strasse. Zu den Gegnern gehörten die SVP, die SD und die AL. Gegen das Projekt hatte sich auch der Bund der Steuerzahler gewehrt, welcher der Meinung war, eine Buslinie würde zur Erschliessung von Zürich-West ausreichen.


    .
    Leserkommentare ein- und ausblenden Leser-Kommentare: 0 Beiträge
    .
    Um selbst einen Leser-Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich hier anmelden. Bitte beachten Sie die für Leser-Kommentare geltenden Richtlinien und Copyright-Bestimmungen.