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  • 20. November 2008, 17:10, NZZ Online

    Jagen ja, bekämpfen nein

    Jagen ja, bekämpfen nein

    Bundeswehr bleiben Hände im Kampf gegen somalische Piraten gebunden

    Ohne klaren Einsatzbefehl gegen die Piraten im Golf von Aden: Die deutsche Fregatte «Karlsruhe». Ohne klaren Einsatzbefehl gegen die Piraten im Golf von Aden: Die deutsche Fregatte «Karlsruhe». (Bild: Reuters)
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    Bis zum 8. Dezember können die Piraten am Horn von Afrika weiterhin Frachtschiffe kapern, ohne von der EU behelligt zu werden. Fürchten brauchen sich die Seeräuber bis dahin allenfalls von den Indern, den Amerikanern und gegebenenfalls von den Briten, die im Golf von Aden mit einer klareren Doktrin gegen die Korsaren vorgehen.

    hoh. Die Deutschen werden wohl noch bis zum 8. Dezember zuwarten müssen, bis die Bundeswehr die Piraten am Horn von Afrika im Rahmen des EU-Mandats verfolgen und - gesetzt der Fall, der Bundestag erteilt ihr die Lizenz dafür - bekämpfen darf. Bis dahin kann sie bestenfalls mit ihren Helikoptern die Piraten in die Flucht treiben. Erst ab dem eingangs genannten Datum will die Europäische Union einen klaren Einsatzbefehl für die militärische Operation am Horn von Afrika erlassen. Dies bestätigt die EU-Sprecherin Christine Gallach auf Anfrage von NZZ Online.

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    Piraten vor Somalia

    Piraten vor Somalia

    Hier finden Sie detaillierte Informationen über die Piratenaktivitäten vor Somalias Küste.

    UNOSAT-Karte vom April 2008: PDF-Download

    UNOSAT-Karte vom Oktober 2008: PDF-Download

    UNOSAT-Aufnahmen von gekaperten Schiffen vor Garacad: PDF-Download

    Absurde Regelung

    Die jetzige Regelung, wonach die Bundesmarine die Seeräuber weder verfolgen noch bekämpfen könne, grenze an Absurdität, echauffierte sich der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, am Donnerstag in Berlin.

    Weil sich die EU für einen klaren Einsatzbefehl enorm viel Zeit lasse, sei die Lage mit den Seeräubern bei Somalia inzwischen nicht mehr zu kontrollieren, befand das Internationale Büro für Seeschifffahrt in Paris. Deren Direktor, Noel Choong, sagte gegenüber der französischen Zeitung «Le Monde», eine militärische Antwort alleine würde nicht viel gegen die bestens organisierten Seeräuber ausrichten. «Dafür ist das Gebiet schlicht zu gross.»

    Erster Beschluss im Oktober

    Am 2. Oktober hatten in Brüssel acht EU-Staaten ihre Kooperation zur Bekämpfung der Seeräuberei am Horn von Afrika bekräftigt. Dazu zählen neben Frankreich, Belgien, Deutschland, Litauen, die Niederlande und Schweden auch Spanien, Zypern und Grossbritannien.

    Die Uno hatte im Juni dieses Jahres eine Resolution verabschiedet, die es jenen Staaten erlaube, die mit der somalischen Übergangsregierung kooperieren, gegen die Piraten in deren Hoheitsgewässer vorzugehen. Daraufhin haben auch Russland und die Nato ihre Beteiligung an der Bekämpfung der Piraterie bekräftigt. Die USA haben im Rahmen der Operation «Enduring Freedom» seit den Anschlägen vom 11. September 2001 Einheiten im Golf von Aden im Einsatz.

    . Lesen Sie mehr zum Thema Infografik: Piratenaktivitäten vor Somalia
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/piratenaktivitaeten_vor_somalia_1.1292545.html

    Lesen Sie mehr zum Thema Supertanker: Gegen 25 Millionen Dollar frei
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/entfuehrer_von_supertanker_vor_somalia_fordern_25_millionen_dollar_1.1291201.html

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