Donnerstag, 20. November 2008, 15:24:03 Uhr, NZZ Online
Experten warnen vor Gesundheitsgefahren
(ap) Die Bewässerung von Feldern mit ungeklärtem Abwasser bedroht zunehmend die Gesundheit der Menschen in Entwicklungsländern. Die Praxis sei weiter verbreitet als gemeinhin angenommen, heisst es in einer Studie, die am Montag in Stockholm veröffentlicht worden ist. Mit dem Abwasser gelangten Krankheitserreger in die Nahrungskette, und Epidemien könnten sich ausbreiten, sagte Liqa Raschid-Sally vom Institut für Internationales Wassermanagement.
Die Bewässerung mit Schmutzwasser sei keineswegs auf die ärmsten Länder beschränkt, stellte Raschid-Sally klar. Besonders häufig finde man die Praxis in Asien, etwa in China, Indien und Vietnam, aber auch in der Umgebung nahezu jeder afrikanischen Grossstadt sowie in Lateinamerika. Für viele Menschen sei diese bedenkliche Bewässerungsmethode in Ermangelung sauberen Wassers die einzige Möglichkeit zum Anbau von Gemüse oder Getreide. Die Experten fordern daher kein Verbot dieser Praxis, sondern einen verstärkten Einsatz von Wasseraufbereitungsgeräten.
Die Studie wurde in Stockholm im Rahmen der Weltwasserwoche vorgestellt, die bis zum kommenden Samstag dauert. Dafür sind rund 2500 Wissenschafter, Politiker und andere Delegierte aus 140 Ländern nach Stockholm gereist. Sie beraten über eine sinnvolle Nutzung der weltweiten Wasservorräte.
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