Donnerstag, 08. Januar 2009, 12:48:09 Uhr, NZZ Online
Rückgang der Inflation ab Ende Jahr erwartet
(sda) Die Schweiz werde nach einer Phase überdurchschnittlich hohen Wachstums ebenfalls eine Konjunkturverlangsamung erleben. Klarere Aussagen wollen die UBS-Ökonomen gemäss einer Medienmitteilung vom Dienstag aber erst vornehmen, wenn im September die Zahlen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) für das zweite Quartal veröffentlicht werden.
In den USA wurde die Rezession bisher mit Zinssenkungen und Steuerrabatten verhindert. Die Wirkung dieser Fiskal-Impulse wird nach Ansicht der UBS-Ökonomen aber langsam verpuffen. Eine schnelle Erholung erwarten die Experten der Grossbank nicht: Das Realwachstum in den USA werde im laufenden Jahr noch 1,3 Prozent betragen, 2009 nur noch magere 1 Prozent.
Gesamthaft von der Rezession verschont bleibt nach Ansicht der UBS-Ökonomen der Euro-Raum. Einzelne Länder müssen aber mit einer Rezession rechnen.
Durch die hohe Inflation sei es der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England kaum möglich, mit Zinssenkungen die Konjunktur-Abschwächung abzumildern. Ein Rückgang der Inflation ab Ende Jahr gebe den Zentralbanken wieder mehr Handlungsspielraum, so die UBS-Experten.
Je stärker sich die Konjunktur-Verschlechterung ausserhalb der USA abzeichne, desto stärker werde der derzeit schwache Dollar aufgewertet. Die Währungen von ohnehin finanzschwachen Ländern dürften vermehrt unter Druck geraten.
Überraschend resistent hätten sich bisher einzig asiatische Volkswirtschaften mit Ausnahme des ebenfalls von Vorboten einer Rezession heimgesuchten Japans erwiesen, so die UBS-Analysten. Derzeit profitierten diese Länder noch von einer starken Inlandnachfrage. Zwar erwarten die UBS-Ökonomen auch in Asien eine konjunkturelle Abkühlung, allerdings auf hohem Niveau.
UBS-Ökonomen:
Wachstumsprognose für 2009 gesenkt
Interview:
Kein Ende des Abschwungs in Sicht
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