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  • Agenturmeldung

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    Markt und Börse: 20. November 2008, 08:13,  AWP

    AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Sehr schwach - Vorgaben aus Übersee

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    FRANKFURT (AWP International) - Belastet von den Börsen in Übersee wird der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag deutlich schwächer erwartet. Der X-DAX , der auf Basis des DAX-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag zuletzt um 3,63 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Auf der Nachrichtenseite gibt es vor allem Zahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe. Ansonsten dürften wieder Medienberichte für Impulse in einzelnen Aktien sorgen.

    An der Wall Street war der Dow-Jones-Index am Mittwoch um 5,07 Prozent auf 7.997,28 Punkte eingebrochen und schloss damit erstmals seit fünfeinhalb Jahren unter der Marke von 8.000 Zählern. Neben der anhaltenden Nervosität über das Schicksal der grossen Automobilkonzerne hätten auch aktuelle Konjunkturdaten die Stimmung belastet, sagten Marktteilnehmer. Der Nikkei-225-Index ging mit einem Minus von 6,89 Prozent ebenfalls mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel. Für Bewegung dürften Konjunkturdaten wie die deutschen Erzeugerpreise sowie der Philadelphia Fed Index und die Frühindikatoren aus den USA sorgen.

    Nordex steigerte dank guter Nachfrage aus dem Ausland in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn kräftig. Zudem bestätigte der Windkraftanlagen-Hersteller die Prognose für das Gesamtjahr. Ausser beim Umsatz übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten leicht. Ersten Händlerkommentaren zufolge lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen oder sogar leicht darüber. Auch den bestätigten Ausblick für 2008 bewerteten die Börsianer als positiv. Ein Belastungsfaktor könnte dagegen der vorsichtigere Blick auf das kommende Jahr sein. So erwartet der Windanlagenbauer nun einen weniger starken Umsatzzuwachs und warnt zugleich davor, dass Kunden Projekte wegen Finanzierungsschwierigkeiten verschieben könnten.

    METRO-Unternehmenschef Eckhard Cordes rechnet indes nicht mit einem Einbruch im Weihnachtsgeschäft wegen der Finanzkrise. "Wir erwarten ein normales Weihnachtsgeschäft - es wird nicht fantastisch, aber auch nicht katastrophal", sagte Cordes der "Bild"-Zeitung. Immerhin hätten die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn in den letzten drei Monaten noch ein Wachstum von sechs Prozent verzeichnet. Zum Ausblick auf 2009, der aktuell sehr schwer einzuschätzen sei, gab sich Cordes zurückhaltend. Der Handelskonzern strahlt einem Händler zufolge den gleichen Optimismus aus wie Arcandor am Vortag: "Die Aktienkurse sprechen aber eine andere Sprache."

    Bayer steht laut Medienberichten vor Sammelklagen in den USA und rechnet offenbar nicht mit einem Übernahmeangebot für seine Gesundheitssparte Zum einen sagte der Geschäftsführer der Bayer-Gesundheitssparte laut einem Bericht, dass Gerüchte um ein Angebot eines grossen Pharmaunternehmens für die Bayer-Sparte "keine gute Grundlage" hätten, zum anderen steht der Konzern einem weiteren Bericht zufolge vor mindestens zwei Sammelklagen in den USA. Die dortige Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit hatte Bayer gewarnt, dass es illegal sei, Aspirin-Tabletten in Kombination mit Nahrungsergänzungsmittel im Verbund als Mittel gegen hohe Cholesterinwerte zu verkaufen. Einem Händler zufolge dürften sich beide Nachrichten leicht negativ auswirken. So sei nun denen der Wind aus den Segeln genommen, die mit einem Interesse des US-Pharmakonzerns Pfizer gerechnet hätten.

    Die Zahlen der im MDAX notierten GAGFAH sind einer ersten Händlereinschätzung zufolge teilweise schwächer als erwartet ausgefallen. Vor allem die Kennziffer "Funds From Operations" (FFO), die den operativen Cash Flow misst und an der sich die Dividendenausschüttung orientiert, lag unter den Marktschätzungen, betonte ein Händler.

    Wincor Nixdorf könnten einem Händler zufolge von bekräftigten Aussagen zum Geschäftsverlauf bewegt werden. Auf einer Investmentkonferenz in Barcelona habe Finanzchef Jürgen Wunram die auch Anfang November kommunizierten Ziele des Geldautomaten- und Kassensystemherstellers bestätigt, sagte ein Händler. Angesichts der Verschärfung der Finanzmarktkrise sei das Bild aber unklarer geworden. Ein Händler wertete die etwas angestiegene Unsicherheit bezüglich des Ausblicks als "leicht negativ."

    REpower Systems könnten schliesslich einem Händler zufolge unter Druck geraten. Der Börsianer verwies als Belastung auf einen Bericht in der "Financial Times Deutschland" (FTD), demzufolge der indische Windkraftanlagenbauer Suzlon nun darauf verzichte, REpower komplett integrieren und einen Beherrschungsvertrag mit dem deutschen Unternehmen abschliessen zu wollen. Dies könnte einem Händler zufolge Spekulationen dämpfen, dass Suzlon seinen Anteil an dem Windanlagenhersteller ausbauen wird. Entsprechende Gerüchte hatten den Kurs des deutschen Windanlagenbauers zuletzt angetrieben, nachdem noch im Oktober Sorgen um die Beteiligung der Inder zu einem deutlichen Kurseinbruch geführt hatten. Laut dem Börsianer befindet sich Suzlon in finanziellen Schwierigkeiten./stb/la