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  • Agenturmeldung

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    Markt und Börse: 19. November 2008, 18:11,  AWP

    AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Sehr schwach - DAX schliesst knapp über Tagestief

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    FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch tief in die Verlustzone abgetaucht. Börsianer verwiesen auf weiter vorherrschende Rezessionsängste, aufkeimende Sorgen über eine Deflation in den USA und das gekappte Gewinnziel des Chemiekonzerns BASF als Hauptbelastungsfaktoren. Der DAX beschleunigte bis Handelsschluss seine Talfahrt und schloss knapp über seinem Tagestief bei minus 4,92 Prozent auf 4.354,09 Punkten. Der MDAX mittelgrosser Werte fiel um 4,95 Prozent auf 4.926,61 Zähler. Der Technologieindex TecDAX büsste sogar 7,56 Prozent auf 457,16 Zähler ein.

    Der bereits stark verunsicherte Markt habe spürbar unter der Gewinnwarnung von BASF gelitten, kommentierte Fidel Helmer, Marktstratege der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Entwicklung. Potenzielle Käufer hielten sich in einem solchen Umfeld noch mehr zurück als ohnehin schon. Laut Berndt Fernow, Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), "stellen sich die Märkte auf eine gravierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ein". Dabei herrsche Unsicherheit über die Tiefe der Rezession, an deren Beginn wir gerade stünden. Die Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag hätten zudem zu Deflationssorgen geführt. Nachdem am Dienstag deutlich gesunkene Erzeugerpreise veröffentlicht wurden, sei nun ein starker Rückgang der Verbraucherpreise in den USA bekannt gegeben worden.

    Der weltgrösste Chemiekonzern BASF kappte wegen der Wirtschaftskrise das Gewinnziel für 2008 zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit und will zudem die Produktion deutlich drosseln. Daraufhin brach der Titel des Ludwigshafener Unternehmens als einer der schwächsten Werte im Leitindex um 13,65 Prozent auf 21,96 Euro ein. Einem Analysten zufolge kommt die Nachricht nicht sehr überraschend, sei aber dennoch enttäuschend. Ein Händler befürchtet zudem, dass mit dieser Nachricht von BASF noch nicht alles ausgestanden sei. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte: "Wenn es nun also auch die Aushängeschilder, wie die BASF massiv trifft, dann weiss auch der Letzte, dass wir es mit einer waschechten Rezession zu tun haben."

    Hypo Real Estate (HRE) fielen um 21,60 Prozent auf 2,54 Euro. Börsianer verwiesen auf zwei negative Analystenkommentare als Belastungsfaktoren. So hat die Commerzbank ihr Anlageurteil von "Reduce" auf "Sell" gesenkt und das Kursziel von 4,00 Euro auf 0,50 Euro gekappt. Die Credit Suisse senkte das Ziel von 4,40 auf 1,21 Euro und behielt die "Underperform"-Einstufung bei. Ein Börsianer sagte, das Kursziel der Commerzbank spreche für sich.

    Heftige Kursausschläge erlebten die Titel der Postbank am Nachmittag nach einem Magazin-Bericht. Das "Capital" berichtete, die Deutsche Bank arbeite nach ihrem 30-Prozent-Einstieg bei der Postbank an einer raschen Komplettübernahme des Bonner Instituts und wolle das aktuell günstige Kursniveau durch Optionsgeschäfte oder sonstige derivative Strukturen für die Akquisition sichern. Bevor die Deutsche Bank dies schliesslich dementierte, sprangen die Postbank-Aktien bis auf 17,30 Euro hoch. Nach dem Dementi ging es dann rasch wieder abwärts und mit plus 1,14 Prozent auf 15,10 Euro gingen sie aus dem Handel. Damit waren sie dennoch der einzige DAX30-Wert mit Kursgewinnen. Die Titel der Deutschen Bank fielen um 8,75 Prozent auf 21,390 Euro.

    Conergy brachen als schwächster Wert im Technologie-Index um 35,56 Prozent auf 1,74 Euro ein. Börsianer verwiesen auf die erhöhte Volatilität der Solar-Aktie wegen der Ausgabe von Bezugsrechten am Vortag. Am Dienstag waren die Titel optisch wegen einer Kapitalmassnahme eingebrochen, hatten aber nach misslungenen Wetten auf den Conergy-Kurs schliesslich kräftig zugelegt.

    SolarWorld-Aktien sackten nach einem Übernahme-Angebot für die deutschen Opel-Standorte um 19,12 Prozent auf 13,20 Euro ab. Die Bedingungen, die SolarWorld dafür ankündigte, machen ein solches Geschäft allerdings wenig wahrscheinlich. Händler bewerteten die Nachricht als eine "gute PR-Nummer von Sonnenkönig Frank Asbeck", dem Vorstandsvorsitzenden des Solarkonzerns. Dieser bekräftigte im Gespräch mit dpa-AFX die Seriosität des Angebots. "Das Angebot wirkt recht unrealistisch?, urteilte hingegen Marktstratege Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partner. SolarWorld schade zudem vor allem sich selbst mit dem Gebot, da es Fragen über das Geschäftsmodell aufwerfen könnte, so der Experte./ck/she