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  • Agenturmeldung

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    Markt und Börse: 19. November 2008, 15:04,  AWP

    AKTIEN FRANKFURT: Sehr schwach - Rezessionsängste - BASF kappt Gewinnziel

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    FRANKFURT (AWP International) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch tief in die Verlustzone abgetaucht. Börsianer verwiesen auf weiter vorherrschende Rezessionsängste und das gekappte Gewinnziel des Chemiekonzerns BASF als Hauptbelastungsfaktoren. Der DAX verlor bis zum Nachmittag 3,38 Prozent auf 4.424,90 Punkte. Der MDAX mittelgrosser Werte fiel um 2,99 Prozent auf 5.028,13 Zähler. Der Technologieindex TecDAX büsste sogar 5,38 Prozent auf 467,91 Zähler ein.

    "Der Markt ist ohnehin schon total verunsichert, da schlägt die Gewinnwarnung eines renommierten DAX-Unternehmens wie der BASF natürlich besonders durch", kommentierte Fidel Helmer, Marktstratege der Privatbank Hauck & Aufhäuser die Entwicklung. Potenzielle Käufer hielten sich in einem solchen Umfeld noch mehr zurück als ohnehin schon. Laut Berndt Fernow, Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) "stellen sich die Märkte auf eine gravierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ein". Dabei herrsche Unsicherheit über die Tiefe der Rezession, an deren Beginn wir gerade stünden.

    Wegen einer deutlich zurückgehenden Nachfrage nahm der weltweit grösste Chemiekonzern BASF das Gewinnziel für das laufende Jahr zurück. Daraufhin brach der Titel des Ludwigshafener Unternehmens als einer der schwächsten Werte im DAX um 16,83 Prozent auf 21,15 Euro ein. Einem Analysten zufolge kommt die Nachricht nicht sehr überraschend, sei aber dennoch enttäuschend. Ein Händler befürchtet zudem, dass mit dieser Nachricht von BASF noch nicht alles ausgestanden sei. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte: "Wenn es nun also auch die Aushängeschilder, wie die BASF massiv trifft, dann weiss auch der Letzte, dass wir es mit einer waschechten Rezession zu tun haben."

    Hypo Real Estate (HRE) fielen um 19,14 Prozent auf 2,62 Euro. Börsianer verwiesen auf zwei negative Analystenkommentare als Belastungsfaktoren. So hat die Commerzbank ihr Anlageurteil von "Reduce" auf "Sell" gesenkt und das Kursziel von 4,00 Euro auf 0,50 Euro gekappt. Die Credit Suisse senkte das Ziel von 4,40 auf 1,21 Euro und behielt die "Underperform"-Einstufung bei. Ein Börsianer sagte, das Kursziel der Commerzbank spreche für sich.

    MAN will laut "Financial Times Deutschland" auch 2009 bei Lkw eine operative Umsatzrendite von 6,5 Prozent erreichen. Die kleineren Sparten Dieselmotoren und Turbomaschinen sollen unterdessen wieder deutlich über der angestrebten Rendite von 8,5 Prozent liegen, sagte MAN-Finanzvorstand Karlheinz Hornung der Zeitung. Commerzbank-Analyst Dirk Nettling sieht aber "steigenden Druck auf die Lkw-Margen". Er schätzt das Ziel von 6,5 Prozent EBIT-Marge bei den Lkws nach einem Treffen mit dem Management als "zunehmend schwer erreichbar" ein. Die Aktie sei zwar unterbewertet, weise jedoch ein negatives Momentum auf. Die Titel fielen um 5,87 Prozent auf 29,98 Euro.

    Conergy brachen als schwächster Wert im Technologie-Index TecDAX um 26,30 Prozent auf 1,99 Euro ein. Börsianer verwiesen auf die erhöhte Volatilität der Aktie des Solarkonzerns wegen der Bezugsrechte, die bei 2,13 Euro liegen. Am Dienstag waren die Titel optisch wegen einer Kapitalmassnahme eingebrochen, hatten aber nach misslungenen Wetten auf den Conergy-Kurs schliesslich zugelegt.

    SolarWorld-Aktien sackten nach einem Übernahme-Angebot des Solarkonzerns für vier Werke des Opel-Konzerns um 16,36 Prozent auf 13,65 Euro ein. Händler bewerteten die Nachricht in einer ersten Reaktion als eine gute PR-Nummer von "Sonnenkönig" Frank Asbeck, dem Vorstandsvorsitzenden von SolarWorld. Dieser bekräftigte im Gespräch mit dpa-AFX die Seriosität des Angebots. "Das Angebot wirkt recht unrealistisch?, urteilte hingegen Marktstratege Heino Ruland von FrankfurtFinanz Partner in einer ersten Reaktion. SolarWorld schade zudem vor allem sich selbst mit dem Gebot, da es Fragen über das Geschäftsmodell aufwerfen könnte, so der Experte. Eine Sprecherin von General Motors sagte, dass Opel nicht zum Verkauf stehe./stb/ck