[Alt + 1] zur Startseite [Alt + 2] zum Seitenanfang [Alt + 3] zur allgemeinen Navigation [Alt + 4] zur Hauptnavigation [Alt + 5] zum Inhalt [Alt + 6] zu Tipps, Hinweise und Kurzinfos [Alt + 7] zur Suche [Alt + 8] zum Login von MyNZZ [Alt + 9] zur Fusszeile
.
  • 3. August 2008, NZZ am Sonntag

    «Federer braucht keine neue Motivation»

    «Federer braucht keine neue Motivation»

    Der Schweizer im Urteil von Rainer Schüttler, dem Rückkehrer des Jahres

    Toolbox
    Druckansicht

    Von Jürg Vogel

    Der Wimbledon-Halbfinalist Rainer Schüttler gilt als Rückkehrer des Jahres. Der deutsche Tennisprofi war während dreier Jahre nicht mehr in den besten hundert klassiert, stiess aber heuer wieder in den 32. Rang vor. Noch im April 2004 war er als Nummer 5 der Welt geführt worden.

    Einer wie Schüttler kennt also die Gezeiten im Tennis-Ranking. Er, der seit zehn Jahren in Altstätten (SG) wohnt, beurteilt den Kommando-Wechsel im Ranking nüchtern: «Ich hätte es Federer zwar gegönnt, den Wimbledon-Rekord Björn Borgs zu brechen. Aber es gilt auch, die Hartnäckigkeit Rafael Nadals zu würdigen. Er ist als Professional in seinem Repertoire immer kompletter geworden.» Schüttler stimmt der These zu, wonach die Verhältnisse auf dem englischen Rasen in Wimbledon langsamer geworden seien. «Die Organisatoren haben die Grasnarbe verändert, und es kamen neue Bälle. Das hat das Spiel in den letzten acht Jahren verlangsamt.»

    Der 32-jährige Schüttler, der für Ried Wollerau regelmässig Interclub spielt (zuletzt am Samstag), fühlt sich in die Person Federers hinein. Er glaubt nicht, dass die bald abgelöste Weltnummer 1 gegen einen Schock zu kämpfen habe. «Federer hat sich in seiner Karriere von Rekord zu Rekord gehangelt. Er hat auch jetzt noch Ziele, braucht keine neue Motivation.» In der Matchbilanz liegt der Korbacher gegen Federer 1:3 zurück. Der einzige Erfolg gegen den Schweizer war ihm vor sechs Jahren in Dubai gelungen.

    Anzeige
    .
    .

    Auf die Frage, ob ein Könner wie Federer einen neuen oder einen bestimmten Coach-Typ benötige, antwortet Schüttler mit einer autobiografisch gefärbten Erklärung. «Ich arbeite seit 16 Jahren mit Dirk Hordorff zusammen. Er war und ist für mich mehr als ein Betreuer. Jeder Professional erlebt im Tennis Phasen des Stillstands, während denen Inputs von Dritten willkommen sind. Deshalb habe ich auch temporär mit andern Technikern zusammengearbeitet. Federer ist keiner, der einen Coach geringschätzt oder ihn wechselt wie das Hemd. Aber jede Liaison mit einem Trainer ist eine Frage der persönlichen Befindlichkeit.»

    Schüttler lässt durchblicken, dass der Top-Tennissport ein Schüttelbecher ist, in dem es jeden Berufsmann hin und wieder gehörig durcheinanderwirbelt. Bei Federer wurde anfangs Jahr verspätet das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert, das häufig eine Folge von Überbelastung ist. An derselben Krankheit litt Schüttler vor Jahren selber und laborierte während Monaten an den Nachwehen, teils ohne ärztliche Diagnose. Er sei aber zu weit weg von Federers gesundheitlicher Causa, um sich ein Urteil zu bilden, sagt er. Der Deutsche zählt seinen Berufskollegen ohne zu zögern zur Gilde der Europäer, die im Circuit weiter den sportlichen Ton angeben werden – unabhängig vom Umstand, dass er nun die Position als Nummer 1 abtreten muss.

     


    .
    Leserkommentare ein- und ausblenden Leser-Kommentare: 0 Beiträge
    .
    Um selbst einen Leser-Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich hier anmelden. Bitte beachten Sie die für Leser-Kommentare geltenden Richtlinien und Copyright-Bestimmungen.