Dienstag, 06. Januar 2009, 09:06:04 Uhr, NZZ Online
Triumph des Schotten im APT-Turnier in Cincinnati gegen Djokovic
(si) Andy Murray imponierte in Cincinnati die ganze Woche lang, nachdem er schon in der Vorwoche in Toronto erst in den Halbfinals verloren hatte (gegen Nadal). Nur im Viertelfinal gegen Carlos Moya (2:6, 6:3, 6:1) gab er einen Satz ab. Im Halbfinal nahm er Roger-Federer-Bezwinger Ivo Karlovic gleich viermal den Aufschlag ab. Murray ist einer der wenigen auf der ATP-Tour, die Karlovics Aufschlag lesen können. In drei Partien gegen den besten Aufschläger der Welt gelangen Murray zehn Breaks.
Im Final gegen Novak Djokovic befand sich Andy Murray meistens im Vorteil. Dem Schotten unterliefen in den zum Teil langen, rassigen Ballwechseln weniger Fehler. Im ersten Satz stand Murray einem Aufschlag-Durchbruch näher als Djokovic (Breakbälle bei 2:2 und 3:3). Im Tie-Break ging der Brite umgehend 3:0 und 5:1 in Führung. Djokovic befand sich im zweiten Satz nach einem Break zum 2:1 kurz im Vorteil. Murray konterte hingegen mit zwei Breaks, vergab danach aber bei 5:3 und eigenem Aufschlag vier Matchbälle.
Auch in der zweiten Kurzentscheidung geriet Murray nie in Rückstand. Djokovic leistete sich im ersten Tie-Break fünf, im zweiten drei unerzwungene Fehler plus zwei Doppelfehler (zum 2:4 und 4:6). Murray verwertete den sechsten Matchball mit einem Ass. Innerhalb von acht Tagen hat Djokovic zweimal gegen Murray in zwei Sätzen verloren, nachdem er ihn zuvor viermal klar besiegt hatte.
Im Alter von erst 21 Jahren und zwei Monaten hat Andy Murray das Palmarès seines grossen britischen Vorbilds Tim Henman schon fast egalisiert. Henman belegte vor sechs Jahren in der Weltrangliste Platz 4; Murray stösst am Montag erstmals auf Platz 6 vor. Die Briten Tim Henman (Paris-Bercy 2003) und Greg Rusedski (Paris-Bercy 1988) gewannen in ihren langen Karrieren lediglich einen Masters-Series-Titel, bei Murray dürften es mehr werden.
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