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  • 16. Juli 2008, 21:14, NZZ Online

    Kundert mit Rekord zur Olympia-Qualifikation

    Kundert mit Rekord zur Olympia-Qualifikation

    Tolles Rennen des Schweizer Hürdensprinters im Meeting von Luzern

    Andreas Kundert schafft in Luzern die Qualifikation für Olympia. Andreas Kundert schafft in Luzern die Qualifikation für Olympia. (Bild: EQ Images)
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    Der Hürdensprinter Andreas Kundert hat im Meeting in Luzern für einen Exploit gesorgt. Der Athlet des LC Brühl stellte mit 13,41 einen Schweizer Rekord auf und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Peking. Kundert zeigte ein phantastisches Rennen und verbesserte die alte Bestmarke von Raphaël Monachon, aufgestellt am 19. August 2000 in Freiburg, um sieben Hunderstelsekunden.

    ako. Luzern, 16. Juli

    Andreas Kundert gehört zum exklusiven Zirkel der World-Class-Potenzials, dem Förderprogramm für besonders talentierte Athleten von Swiss Athletics. Das verpflichtet. Lange liess sich der Hürdensprinter Zeit, sein Potenzial auszuschöpfen, das mit dem Förderprogramm verbundene Versprechen einzulösen. Nun aber hat sich die Geduld ausbezahlt. Jene Geduld, die den World-Class-Potenzials bewusst entgegengebracht wird. Als Sieger der zweiten Serie über 110 m Hürden verbesserte Kundert den achtjährigen Schweizer Rekord Raphaël Monachons um sieben Hundertstel auf 13,41 und unterbot die Olympialimite für Peking (13,55) als vierter Schweizer nach Viktor Röthlin (Marathon) Linda Züblin (Siebenkampf) und Marc Schneeberger (200 m). Die persönliche Bestzeit senkte Kundert um 18 Hundertstel.

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    Nicht besonders erstaunt 

    Erstaunt? «Eigentlich nicht besonders», gab der 23-jährige Athlet des LC Brühl St. Gallen zu verstehen. Es stimme zwar, dass die 13,41 nach einem Exploit ausschauten, doch dem sei nicht so: «Ich habe im Training gespürt, dass ich zu dieser Leistung fähig bin.» Obschon Kundert am Samstag in Bern die Chance zu einem letzten Limitenversuch gehabt hätte, fokussierte er sich voll und ganz auf Luzern und hatte für nächste Woche bereits prophylaktisch ein Olympia-Trainingslager in Tirol eingeplant.

    Dort soll in lockerer Atmosphäre der letzte Schliff für Peking geholt werden. Denn: Steigerungspotenzial gibt es noch. «Ich habe über den Hürden immer noch Defizite», sagte Kundert im Moment des grössten Erfolgs, den er als Resultat der jahrelangen, kontinuierlichen Arbeit wertete. Man könnte auch von Nachhaltigkeit sprechen.

    Auch Nicole Büchler mit Rekord 

    Ebenfalls einen Schweizer Rekord stellte die Stabhochspringern Nicole Büchler auf. Die mehrfache EM- und WM-Teilnehmerin in der Rhythmischen Gymnastik verbesserte ihre eigene Bestmarke um fünf Zentimeter auf 4,40 m. Das reicht aber noch nicht für das Peking-Ticket, auf der Olympialimite von 4,45 m scheiterte die Athletin des ST Bern knapp. Angesichts der steigenden Formkurve und dem Erfüllen der B-Limite ist jedoch anzunehmen, dass Büchler Swiss Olympic zur Selektion vorgeschlagen wird.

    Das Gleiche gilt für den Weitspringer Julien Fivaz, der seine beste Saison seit dem Jahr 2003 und dem Schweizer Rekord (8,27 m) absolviert. Auch er übertraf diese Saison bereits die B-Limite (8,05 m), springt mit grosser Konstanz und erreichte am Mittwoch in Luzern nach einem im Hinblick auf Peking eingeschalteten Trainingsblock 7,84 m. «Bezüglich Julien Fivaz haben wir positive Signale von Swiss Olympic erhalten», sagte Peter Haas, der Chef Leistungssport von Swiss Athletics.

    Hauptprogramm beginnt mit Dämpfer

    Die grössten Erwartungen aus Schweizer Sicht hatten im Vorfeld die Sprinter geweckt – doch statt mit einem frühen Höhepunkt begann das Hauptprogramm mit einem Dämpfer. Oder wie es der Startläufer Andreas Baumann ausdrückte mit einem «Super-Gau». 38,89 Sekunden oder eine weitere Verbesserung des eigenen Schweizer Rekords um einen Zehntel hätte das Schweizer Quartett zum Vorstoss auf Platz 16 im World Ranking und zur sicheren Peking-Qualifikation benötigt. Doch schon nach gut 100 m waren die Träume verflogen. Die Stabübergabe von Baumann zu Marc Schneeberger klappte nicht – statt voll loszulegen musste Schneeberger einen Moment Tempo wegnehmen.

    Der Rest war im Prinzip Makulatur. In 39,30 wurden die Schweizer Fünfte. Der von Baumann erwähnte Super-Gau trat insofern ein, als die Schweiz im World Ranking von den Niederländern noch auf Rang 18 verdrängt wurde. Das könnte sich im Nachhinein als besonders ärgerlich erweisen, falls die qualifizierten Australier – wie gemunkelt wird – wirklich auf einen Start in Peking verzichten. In dem Fall würde der Siebzehnte nachrücken.

    Das wollte das Quartett nach Kunderts Rekord nicht auf sich sitzen lassen und fasste den Entschluss, am Ende des Meetings einen zweiten Versuch zu starten. Doch das Einlaufen erfolgte zu früh: Zwar wurden zwei Gegner aufgetrieben, doch gab ein Vertreter des Weltverbandes zu verstehen, dass eine solche Schlaumeierei nicht nach Peking führen kann. Limitenversuche dürfen nicht aus dem Moment geboren werden.

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