Mittwoch, 07. Januar 2009, 10:17:55 Uhr, NZZ Online
bfo. «Das war das Rennen meines Lebens», sagte Ronnie Schildknecht nach seinem Zieleinlauf auf der Landiwiese. Bei seinem zweiten Sieg am Ironman Switzerland legte er am Sonntag die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen (8:16:05) neun Minuten schneller zurück als 2007; damals hatte er zum ersten Mal in Zürich triumphiert. Schon nach den ersten Pedalumdrehungen habe er gespürt, dass dies sein Tag sei, schwärmte der Zürcher Extremsportler.
Nach dem Schwimmen lag Schildknecht noch an elfter Stelle, knapp dreieinhalb Minuten Rückstand auf den Ungarn Balázs Csöke, der dem Zürichsee als Erster entstiegen war. Einmal auf dem Rennrad, machte der Schweizer aber schnell an Boden gut und übernahm sogar die Führung – und bei Hälfte der auf dem Fahrrad zurückzulegenden Strecke lag Schildknecht zehn Minuten vor allen anderen.
Derweil Schildknecht den mittlerweile deutlichen Vorsprung vergrösserte und einem scheinbar ungefährdeten Sieg entgegensah, taten sich die unmittelbaren Verfolger schwer. Mathias Hecht, der sich in den vergangenen zwei Jahren am Ironman in Zürich jeweils im zweiten Rang placierte, gab das Rennen in der ersten Hälfte der Radstrecke mit Muskelkrämpfen auf. Der Ungar Csöke verfuhr sich und gab das Rennen später auf. Stefan Riesen, der sich am Schluss als Zweiter klassierte, stürzte mit dem Rad, machte aber mit einer gequetschten Hüfte eisern weiter. Einen Lapsus erlaubte sich zudem der Deutsche Daniel Müller: Beim Wechsel aufs Fahrrad vergass er beinahe die Startnummer. Müller büsste dabei aber nur einige Sekunden ein und war lange Zeit Dritter – bis er auf der Laufstrecke noch von seinem Landsmann Frank Vytrisal überholt wurde.
Das Rennen der Ironwomen war nahezu ein Ebenbild des Wettkampfes der Ironmen. Sibylle Matter, die 2007 am Ironman Switzerland Platz 2 belegt hatte, gab die Führung bis zuletzt nicht aus der Hand (8:16:05). Schon nach dem Schwimmen hatte die Schweizerin fünf Minuten Vorsprung auf ihre unmittelbare Verfolgerin, Caroline Steffen, derweil die Vorjahressiegerin Rebecca Preston sechs Minuten zurücklag. Für die Australierin sollte es sogar noch schlimmer kommen. Nach etwas mehr als dreieinhalb Stunden musste sie das Rennen aufgrund muskulärer Probleme aufgeben.
Bei den Männern sicherten sich die ersten drei, bei den Frauen nur die Erste die Qualifikation für die Ironman-WM auf Hawaii. So lohnte es sich zumindest für die Qualifikanten, an diesem kalten, anfangs regenreichen Sonntag die grossen Strapazen auf sich zu nehmen. Denn Hawaii ist und bleibt der Traum jedes Ironmans und jeder Ironwoman. Natascha Badmann, sechsfache Siegerin dieser Prüfung, könnte einiges davon berichten; in Zürich beschränkte sie sich aufs Unterschreiben von Autogrammkarten – noch am Tag vor dem Auftritt der Ironmen und Ironwomen, als der Schweizer Mikaël Aigroz und die Tschechin Radka Vodickova am Züri-Triathlon über die olympische Distanz siegten.
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