Dienstag, 06. Januar 2009, 09:50:03 Uhr, NZZ Online
Die Berner im Uefa-Cup-Hinspiel gegen Debrecen vom 0:1 zum 4:1
bsn. Bern, 14. August
Oktober 2005 Gernot Rohr, Oktober 2006 Martin Andermatt – August 2008 Vladimir Petkovic. Im Stade de Suisse hat wieder einmal ein neuer Trainer Anlauf genommen, den hohen Ansprüchen zu genügen. Die Feuertaufe erlebte Petkovic in der relativen Anonymität (6646 Zuschauer) mit relativem Erfolg: Die Berner gewannen gegen Debrecen das Hinspiel der 2. Runde der Uefa-Cup-Qualifikation 4:1.
Bemerkenswert war Petkovics Mut zu Neuem. Nach nur drei Arbeitstagen schickte der ehemalige Bellinzona-Trainer die Mannschaft bereits im für YB neuen, von ihm aber präferierten 3:4:3-System aufs Feld. Der forcierte Aufbau über die Seiten mit wechselnden Flügelpärchen brachte Wind, aber zuweilen auch etwas Unordnung ins Berner Spiel. Bereits nach gut einer Viertelstunde erhielt YB Abwind, als Rudolf die Ungarn nach einem Foul Ghezals per Penalty in Führung brachte.
Der Rückstand hemmte die Einheimischen kurz und steigerte sicher nicht deren Solidität, doch vergassen sie zumindest nicht, was der neue Trainer wünscht – Angriff durch Kreativität. Dessen besannen sich die Young Boys kurz vor der Pause besonders gut, als eine schöne Kombination über Yapi, Eudis, nochmals Yapi und Bastians zum 1:1 durch Schneuwly führte.
Der Freiburger, der 2002 als 17-Jähriger in den YB-Nachwuchs gewechselt hatte, blieb auch nach der Pause gefährlich. In der 68. Minute bereitete Schneuwly das 2:1 durch den Joker Regazzoni vor, wenig später schloss er eine neuerliche sehenswerte Passfolge über Bastians und Varela zum 3:1 ab.
Die drei herausgespielten, fern dem Zufall entstandenen Tore legen nahe, dass Petkovic die ersten Trainingsstunden systematisch, mit Blick auf attraktive Zielstrebigkeit, gestaltet hat. Perfekt war das Début-Glück in der 87. Minute, als der Ball vom einen YB-Sorgenkind zum anderen (also von Varela zu Regazzoni) gelangte und das 4:1 fiel. Petkovic, der langjährige Sozialarbeiter, scheint bis jetzt gute Worte gefunden zu haben.
Stade de Suisse. - 6646 Zuschauer. - Schiedsrichter: Rasmussen (Dänemark). - Tore: 17. Rudolf (Foulpenalty) 0:1. 41. Schneuwly 1:1. 68. Regazzoni 2:1. 77. Schneuwly 3:1. 87. Regazzoni 4:1.
Young Boys: Wölfli; Portillo, Ghezal, Schneider; Bastians, Hochstrasser, Yapi, Raimondi (80. Lüscher); Varela, Eudis (66. Regazzoni), Schneuwly (84. Baykal).
Debrecen: Polekszics; Bernath, Meszaros, Szücs, Takacs; Demjen, Kiss, Leandro de Almeida, Czvitkovics (79. Szakaly); Olah (53. Dudu), Rudolf.
Bemerkungen: Young Boys ohne Doubaï, Häberli, Schwegler, Liechti (alle verletzt) und Dénervaud (nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 67. Rudolf (Reklamieren). 76. Varela (Foul).
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