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  • 20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Wässern und Schnee schaufeln

    Wässern und Schnee schaufeln

    Die Schweizer Skifahrer trainieren auf der südlichen Hemisphäre

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    so. Die alpinen Schweizer Skirennfahrer nutzen in Argentinien den Winter, der bisher so viel Neuschnee brachte wie lange nicht mehr. Wetter und Pistenverhältnisse seien «herrlich gut», sagt Martin Rufener, der Cheftrainer der Männer, in Las Leñas, der zweiten Station des Südamerika-Trainings der Swiss-Ski-Männer. Zumindest werden sie es ab Donnerstag sein, wenn das Wässern und Schneeschaufeln abgeschlossen sein wird. Weil die Meteorologen längerfristig stabiles und kaltes Winterwetter voraussagen, freut sich der 49-jährige Berner jetzt schon auf das Abfahrts-Training auf eisiger Strecke, das die Abfahrts-/Super-G- Spezialisten werden absolvieren können.

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    Während zwölf Tagen ist solches geplant, doch wenn am 30. August die Rückreise auch mit nur elf weiteren Schnee-Trainingstagen angetreten werden könnte, zöge Rufener eine positive Bilanz. Denn bis zum 15. August hatten die sogenannten Speed-Spezialisten schon sieben intensive Trainingstage in Ushuaia, dem südlichsten Skigebiet des Kontinents, absolviert. Auch da, sozusagen auf Meereshöhe, lag so viel Schnee wie seit Menschengedenken nicht mehr, auch da wurde daraus mit Wasser und Kälte eine eisige Unterlage – Pisten wie im Weltcup.

    Die Kombinierer unter Sepp Brunner waren ein paar Tage später bis fast an den Südpol gereist; sie bleiben bis Ende Monat in Ushuaia und legen das Hauptgewicht auf Riesenslalom und Super-G-Elemente. Zwölf Super-G-Läufe haben die Speed-Spezialisten in Las Leñas auf gegen 3000 Meter über Meer schon am ersten Tag absolviert – alle bis auf einen: Ambrosi Hoffmann musste der grossen Belastung in Ushuaia mit wieder aufkommenden Rückenschmerzen Tribut zollen. Trotz den anderthalb Tagen Pause, die alle in Buenos Aires einlegten, blieb es beim Davoser bei vier Läufen. Alle anderen sind gesund, was nicht der unwichtigste Faktor in Rufeners Zwischenbilanz ist.

    Nicht nach Argentinien gereist ist Silvan Zurbriggen, der nach der schweren Knieverletzung, die er sich vor acht Monaten in Gröden zugezogen hatte, zwar die ersten Versuche auf Schnee hinter sich hat, aber nicht bereit ist für die intensive Belastung auf der südlichen Hemisphäre. Nach drei Trainingstagen auf den Walliser Gletschern wurden die Schmerzen wieder so intensiv, dass der Walliser Therapie-Tage in Basel einschalten musste. In Europa geblieben ist auch der mit dem eigenen Team trainierende Tessiner Teenager Lara Gut, während die Frauen-Equipe am 16. August nach Neuseeland abgereist ist. Nach den guten Erfahrungen einer nur sechs Fahrerinnen umfassenden Gruppe 2007 sind heuer nicht weniger als vierzehn Athletinnen zum Trainieren ans «andere Ende der Welt» gereist.


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