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  • 20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung

    «Auch er braucht Resultate»

    «Auch er braucht Resultate»

    Vier Stimmen aus der Westschweiz über den Neustart im Nationalteam

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    bir. Ottmar Hitzfeld spielte Ende der siebziger Jahre als Stürmer im FC Lugano. Abgesehen von diesem Abstecher spielte und arbeitete Hitzfeld stets in der Deutschschweiz und in Deutschland. In der Romandie war er nie tätig, er spricht auch nicht Französisch. Die Romands, allen voran deren Medien, waren vor allem im letzten Jahr gegenüber dem Nationaltrainer Köbi Kuhn kritischer eingestellt als ihre Deutschschweizer Pendants. Wie wird nun in der Romandie der Übergang von Kuhn zu Hitzfeld wahrgenommen? Das Spiel am Mittwochabend in Genf gegen Zypern gibt dazu erste Aufschlüsse. Vier Repräsentanten des welschen Fussballs äussern sich über den Trainerwechsel in der Nationalmannschaft.

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    Alain Geiger, 48-jährig, Xamax-Sportchef, 112 Länderspiele bis 1996: «Wir haben uns schon eine Weile an den neuen Nationaltrainer gewöhnt, weil die Wahl vor der Euro erfolgte. Sie ist phantastisch. Der Wechsel war notwendig, weil die Equipe einen Neustart und frische Ideen braucht. Kuhn hätte wohl schon nach der WM 2006 zurücktreten sollen. Hitzfeld ist populär in der Romandie, obschon er nie hier gearbeitet hat. Für Kuhn galt dies auch, bis fast zuletzt. Dass Hitzfeld nicht französisch spricht, ist sekundär: Der Fussball ist kosmopolitisch, international, globalisiert. Die markantesten Einflüsse auf die Meinung im Volk haben die Resultate. Das gilt auch für Hitzfeld. Auch er braucht Resultate.»

    Christian Constantin, 51-jährig, früher Torhüter, jetzt Architekt und seit vielen Jahren – mit Unterbruch – Präsident im FC Sion: «Die Schweiz erhält gute Trainer nicht so leicht, wie dies für attraktive Fussballländer möglich ist. Hitzfeld kennt den Schweizer Fussball, er spielte in Basel, war Trainer in Deutschland und vor allem war er der Trainer von Chapuisat. Ich spielte mit ihm früher in Lugano. (Anmerkung der Red.: Constantin war zu den Zeiten Hitzfelds zweiter Goalie in Lugano.) Hitzfeld hat ein gutes Image, weil der Totomat ihm ein solches gibt. Dass er nicht französisch spricht, korrigiert er mit einem Lächeln. Wenn er im Französischen einen kleinen Effort machte, wäre das nicht schlecht.Hitzfeld muss nicht in Sorbonne-Qualität französisch sprechen, aber ein bisschen etwas würde ihn in der Romandie noch beliebter machen. Kuhn hat über die Jahre viel Wasser zur Mühle getragen und die Equipe 2004 und 2006 für Endrunden qualifiziert. Das ist verdienstvoll. Aber er und das Team waren schon vor der Euro am Ende eines Zyklus, Kuhn hatte nicht mehr die gleiche Energie. Ich hatte das Gefühl, dass an der Euro nicht der Esprit vorhanden war, effektiv etwas erreichen zu wollen.»

    Sébastien Fournier, 37-jährig, Vizepräsident im Servette FC, 40 Länderspiele bis 2002: «Der Wechsel an der Spitze des Nationalteams ist gut. Ob er sogar sehr gut ist, werden die Resultate zeigen. Hitzfeld weicht nicht von der Hauptlinie ab. Die Equipe muss weiterfahren, wo sie aufgehört hat. Das heisst: Sie muss sich für die Endrunden qualifizieren, was schwer genug ist. Sie ist entwicklungsfähig. An der Euro fehlte ihr Erfahrung, das Mittelfeld war zu jung. An der Euro stimmte in der Summe zu viel nicht, was sich die Schweiz nicht leisten kann. Hitzfeld hat auch in der Romandie ein gutes Image, das Palmarès spricht für ihn. Die Frage ist, ob seine Qualitäten auch zum Tragen kommen, wenn er nicht tagtäglich mit der Mannschaft arbeiten kann. Zwischen Klub- und Auswahltrainer ist ein beträchtlicher Unterschied.Dass auch er auf Michel Pont setzt, ist eine gute Wahl: Pont dient ihm als Übersetzer – und er kennt das Haus in- und auswendig.»

    Thierry Cotting, 45-jährig, seit 2007 Trainer im FC Lausanne-Sport: «Hitzfeld ist für den Schweizer Fussball ein Glücksfall: Er spielte, trainierte in der Schweiz, er bildete sich hier aus. Er kennt die zentrale Problematik unseres Fussballs, dessen Reservoir an Spielern kleiner ist als anderswo. Hitzfeld weiss, dass bei uns viel über die Arbeit mit dem Nachwuchs und in der Ausbildung läuft, laufen muss. Zudem kennt er auch die Anforderungen, die der Fussball auf höchstem Niveau stellt. Sein Image ist das unvergleichliche Image des Erfolgs – auch in der Romandie. Der Zyklus mit Kuhn neigte sich spürbar dem Ende zu. Man merkt, dass Hitzfeld in den Grundzügen die Arbeit Kuhns, die lange gut war, fortsetzen will. Dass Michel Pont Assistent bleibt, ist gut. Pont diente schon Kuhn als Relaisstation in der welschen Schweiz.»


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