Dienstag, 06. Januar 2009, 21:58:00 Uhr, NZZ Online
kfr. Am Kantonsspital Aarau (KSA) können keine kürzeren Wartezeiten erkauft werden. Abklärungen hätten ergeben, dass es nicht möglich sei, gegen Aufpreis die Reihenfolge der medizinisch indizierten Behandlungen zu beeinflussen, sagte Gesundheitsdirektor Ernst Hasler zu dem am Wochenende publik gemachten Fall. Gegen solche Praktiken würde sein Departement «unmissverständlich einschreiten», betonte Hasler. Die Erklärung am Rande der Sitzung des Grossen Rates vom Dienstag bezog sich auf den Vorwurf gegenüber dem KSA, es habe einem Patienten mit Problemen an der Hüfte angeboten, für einen Aufpreis von 4000 Franken zu einem früheren Zeitpunkt vom Chefarzt operiert zu werden.
In einer Stellungnahme, die in der «Aargauer Zeitung» publiziert wurde, distanziert sich auch das KSA in aller Form von der Darstellung des Falles, wie ihn die Zeitung «Sonntag» (aus dem gleichen Haus) geschildert hatte. Man gehe davon aus, dass die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu Missverständnissen geführt habe, was sehr bedauert werde. Namentlich treffe nicht zu, dass Chefärzte ihre Termine gewissermassen dem Höchstbietenden verkauften oder dass man sich ganz einfach mit genügend Geld einen früheren Termin für die Operation kaufen könne. Seit 2006 gibt es am KSA wie an anderen Spitälern das «Hospitality»-Modell, das gegen Aufpreis mehr Komfort und Individualität sichert. Es beziehe sich aber nicht auf kürzere Wartezeiten, unterstreicht das KSA.
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