Dienstag, 06. Januar 2009, 21:37:13 Uhr, NZZ Online
Beliebtes Grillgut und Stütze der Schweizer Fleischwirtschaft
chs. Der Schweizer Fleisch-Fachverband SFF schätzt die Jahresproduktion an Cervelats auf 160 Millionen Stück. Rein rechnerisch werden damit rund 25 Stück pro Kopf und Jahr konsumiert. Als eine von wenigen einheimischen Wurstspezialitäten sei er nicht nur regional, sondern schweizweit bekannt, sagt SFF-Direktor Balz Horber.
Einen Frankenbetrag für den jährlichen Cervelat-Umsatz will er nicht nennen. Doch für die Branche geht es um viel Geld, denn die Wurst ist an Anlässen und vielen Grillfesten sehr beliebt. Grob geschätzt generiert der Cervelat einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Franken pro Jahr.
Hergestellt wird die Wurst aus 27 Prozent Rindfleisch, zehn Prozent Schweinefleisch, 20 Prozent Wurstspeck, 15 Prozent Schwartenblock und 23 Prozent Eis-Wasser sowie Salz, Frischzwiebeln und diversen Gewürzen. Diese Mischung kommt in einen Rinderkranzdarm mit 34/36 oder 36/38 Millimetern Durchmesser. Zum Schluss wird die Wurst bei 50 bis 80 Grad heiss geräuchert und anschliessend bei 75 Grad gebrüht.
«Die Euro 08 ohne den gewohnten Cervelat wäre wie ein Feuerwehrweiher ohne Wasser».(Rolf Büttiker, Ständerat und Präsident des Fleisch-Fachverbandes)
«Wenn Politiker über Würste sprechen, ist das so eine Sache». (Rolf Büttiker)
«Der Cervelat ist ein durch und durch schweizerisches Produkt im Spannungsfeld der Globalisierung». (Balz Horber, Direktor des Fleisch-Fachverbandes)
«Der Cervelat ist typisch schweizerisch und so polyvalent wie der Kampfjet». (Horber)
Die Hülle muss verschiedene Anforderungen erfüllen: Sie soll ein Naturprodukt sein, ein konstantes Kaliber aufweisen, der Wurst die klassische Krümmung verleihen, ideal portionierbar sein und sich fürs Grillieren und Rohessen gleich gut eignen. Därme von Zebu-Rindern erfüllen diese Anforderungen am besten.
Aus Brasilien dürfen sie auf Geheiss der EU aber nicht mehr eingeführt werden wegen möglicher Gesundheitsgefahren durch Rinderwahnsinn. Zebu-Rinder gibt es zwar auch in Uruguay, doch könnte das Land die Nachfrage nach Därmen aus der Schweiz nicht befriedigen.
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