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  • 20. August 2008, 11:46, NZZ Online

    Zürich und Lausanne verbieten Massenbesäufnisse

    Zürich und Lausanne verbieten Massenbesäufnisse

    Bewilligung unter Auflagen in Genf

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    Die Städte Zürich und Lausanne wollen auf ihrem Grund keine «Massenbesäufnisse» dulden. Die Stadt Genf hat demgegenüber eine für kommenden Freitagabend geplante «Botellón»-Veranstaltung unter Auflagen gebilligt. Der Städteverband will sich dem Thema ebenfalls annehmen.

    (ap) Der Zürcher Stadtrat missbilligt «kollektive Saufveranstaltungen» grundsätzlich und lehnt sie ab, wie er am Mittwoch entschied. Die eskalierende Aufmerksamkeit, die der «botellón» in der Öffentlichkeit in den letzten Tagen erlangt habe, habe ein unverhältnismässiges Ausmass erreicht.

    Die Stadtregierung verweist auf die Polizeiverordnung, gemäss der öffentlicher Grund - und dazu gehöre auch die für die «Botellón»-Veranstaltung vorgesehene Blatterwiese - nicht über den gewöhnlichen Gemeingebrauch hinaus benützt werden dürfe, ausser es werde dafür eine Bewilligung erteilt. Bei einem organisierten Trinken mit mehreren tausend Personen handle es sich eindeutig um einen gesteigerten Gemeingebrauch öffentlichen Grundes, der bewilligungspflichtig sei.

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    Übliche negative Begleiterscheinungen

    Ein Bewilligungsgesuch liege nicht vor und es würde auch nicht bewilligt, da auf Grund von Erfahrungen anderer Städte davon ausgegangen werden könne, dass es zu einem Trinkgelage mit den üblichen negativen Begleiterscheinungen kommen werde. Dazu gehörten Gewalt, alkoholbedingte Unfälle und Verletzungen vor Ort oder später im Verkehr, medizinische Notfälle sowie Alkoholintoxikation, Abfall und Lärm.

    Der Stadtrat hat auch veranlasst, dass die Kosten für Sanität und medizinische Betreuung vollumfänglich den Verursachern verrechnet würden. Er will künftig alles daran setzen, dass alle Beteiligten, insbesondere auch Eltern und Medien, stärker in die Verantwortung eingebunden und haftbar gemacht werden.

    Kein Musikgehör in Lausanne

    Auch Lausanne will keine «botellón»-Veranstaltungen tolerieren. Die auf der Esplanade de Montbenon geplante Veranstaltung vom kommenden Samstag hätte gemäss den Stadtbehörden Hunderte von Jugendlichen anziehen können. Vertreter der Direktion für Sicherheit hätten sich am vergangenen Montag mit den Initianten des «botellón» getroffen. Da diese keine Garantien bezüglich der Sicherheit hätten abgeben können und selber auch keine Verantwortung übernehmen wollten, habe sich der Stadtrat an seiner Sitzung vom Mittwoch für ein Verbot der Veranstaltung ausgesprochen.

    Bewilligung in Genf

    Die Stadt Genf dagegen hat ein für kommenden Freitagabend geplantes Trinkgelage bewilligt. Stadtpräsident Manuel Tornare gab am Mittwoch an einer Pressekonferenz bekannt, dass das für Freitagabend im Bastions-Park geplante «Botellón» toleriert werde. Die Stadt werde dafür Toiletten zur Verfügung stellen. Die jugendlichen Organisatoren hätten sich ihrerseits verpflichtet, Massnahmen zu treffen, damit es nicht zu Auswüchsen komme. Zudem müssten die Jugendlichen für die Reinigung des Parks aufkommen.

    Thema für den Städteverband

    Der Schweizerische Städteverband will sich dem Thema der «Botellones» ebenfalls annehmen, wie Direktorin Renate Amstutz in der Sendung «Rendez-vous» von Radio DRS sagte. Der Städteverband mache das Thema Jugendpolitik in nächster Zeit zu einem Schwerpunktthema und wenn ein solches Phänomen anhalte, so werde sich der Verband intensiv damit befassen müssen.

    Die Idee von Veranstaltungen mit «Massenbetrinken», so genannte «Botellóns», stammt ursprünglich aus Spanien. Auch in Bern, Zürich und Genf wurde in den letzten Tagen im Internet zu solchen «Trinkorgien» aufgerufen. In beiden Städten sind die Behörden entschlossen, Veranstaltungen dieser Art zu verhindern.

     

    . Lesen Sie mehr zum Thema Zürcher Veranstaltung: Aufruf formell zurückgezogen
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/aufruf_zum_botellon_formell_zurueckgezogen_1.810982.html

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