Dienstag, 06. Januar 2009, 22:43:53 Uhr, NZZ Online
Die Schweizer in der Star-Klasse am Donnerstag im Medal Race
Von Andreas Kling
Mit einem Tagessieg in der zehnten Wettfahrt haben sich die Schweizer Segler Flavio Marazzi und Enrico De Maria ihre Medaillenchancen für das heutige Finale der Starboote bewahrt. Allerdings liegen sie als Fünfte acht Punkte hinter den Brasilianern Robert Scheidt / Bruno Prada und müssten vier Einzelplätze gutmachen. Das Medal-Race zählt doppelt und entscheidet bei Punktgleichheit. Gold und Silber machen wohl die Schweden Fredrik Loof / Anders Ekström und die Briten Iain Percy / Andrew Simpson unter sich aus. Die vier in der letzten Zwischenrangliste vor Marazzi klassierten Steuerleute waren alle schon Starboot-Weltmeister. Marazzi und De Maria gewannen 2004 WM-Silber und im letzten Jahr kurz nach ihrer Wiedervereinigung EM-Gold. An den Olympischen Spielen 2004 in Athen hatten sie den vierten Rang belegt.
Der Regattatag am Mittwoch hatte es mit drei Wettfahrten nochmals in sich. Strahlende Sonne, klare Sicht und Winde zwischen Stärke drei und vier sorgten für die bisher besten Segelbedingungen. Gleichwohl waren die Verhältnisse nicht minder anspruchsvoll als zuvor. «Es hat wieder einige plötzliche Windlöcher gegeben, die das Feld auf der Bahn gehörig durcheinandergewürfelt haben», berichtete der Berner Marazzi. Dadurch leistete sich auch die Schweizer Crew zum Tagesauftakt ihr erstes Resultat ausserhalb der Top Ten, durfte den elften Rang aber streichen.
Was folgte, dürfte Selbstbewusstsein für das Finale geben. Denn das Duo fing sich sofort wieder. In der neunten Wettfahrt verbesserte es sich kontinuierlich vom zehnten in den vierten Rang; und in der zehnten Regatta segelte es vom dritten auf den ersten Platz. «Das war schon sehr wichtig», meinte der Teamchef Tom Rüegge, «aber was heute war, zählt morgen nicht mehr.»
Zurück an Land, begann bereits die konzentrierte Vorbereitung auf das Finale. In der Nacht davor werden alle teilnehmenden Boote weggesperrt, um Manipulationen oder Sabotage auszuschliessen. «Unser Starboot ist startklar», meldete der Vorschoter De Maria zuversichtlich. Danach zog sich die Mannschaft mit ihren Betreuern in die Unterkunft zurück. Nach der Massage und dem Abendessen ging es mit Coach Jean-Claude Vuithier in die Feinanalyse. Dort werden die Windentwicklungen und das taktische Verhalten noch einmal unter die Lupe genommen.
«Wir haben ausserdem die Stärken und Schwächen der direkten Gegner besprochen», verriet der Steuermann, mehr aber nicht. Die Konkurrenten um Bronze sind nebst Scheidt und Prada die französischen Ex-Weltmeister Xavier Rohart und Pascal Rambeau, auf die auch noch vier Punkte (zwei Rennplätze) gutgemacht werden müssen. «Die Ausgangskonstellation ist aber sehr interessant, da selbst zwischen den beiden überlegen führenden Duos kein Zweikampf zu erwarten ist», erklärte Rüegge. Dafür ist der Vorsprung vor den Verfolgern nicht gross genug.
Entsprechend dürfte das taktische Verhalten im Feld den Ausschlag geben. Im Medal-Race gelten zudem besondere Spielregeln, die Marazzi und De Maria noch einmal durchgingen. Vor dem wichtigsten Tag ihrer Segelkarriere wollten die beiden nichts dem Zufall überlassen. Das Finale in der Königsklasse steigt voraussichtlich um 7 Uhr MESZ nach den Tornados und bildet den Abschluss der olympischen Segelregatten.
Männer
RS:X (Windsurfen). Medal Race: 1. Chan King Yin (Hongkong). 2. Shahar Zubari (Isr). 3. Tom Ashley (Neus). 4. Julien Bontemps (Fr). - Schlussklassement (11/11): 1. Ashley 52. 2. Bontemps 53. 3. Zubari 58. 4. Nick Dempsey (Gb) 60. 5. Ricardo Santos (Br) 77. 6. Chan 84. - Nicht im Medal Race der besten zehn: 14. Richard Stauffacher (Sz).
Frauen
Medal Race: 1. Alessandra Sensini (It). 2. Bryony Shaw (Gb). 3. Yin Jian (China). - Schlussklassement (11/11): 1. Yin 39. 2. Sensini 40. 3. Shaw 45. 4. Marina Alabau (Sp) 54. 5. Jessica Crisp (Au) 66. 6. Barbara Kendall (Neus) 75.
Weitere Bootsklassen
Männer und Frauen. Tornado. 8. Regatta: 1. Santiago Lange/Carlos Espinola (Arg). 2. Leigh McMillan/Will Howden (Gb). 3. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (Ho). - 9. Regatta: 1. Fernando Echavarri/Anton Paz (Sp). 2. Oskar Johansson/Kevin Stittle (Ka). 3. McMillan/Howden. - 10. Regatta: 1. Lange/Espinola. 2. Johansson/Stittle. 3. Johannes Polgar/Florian Spalteholz (De). - Stand vor dem Medal Race der besten zehn: 1. Echavarri/Paz 36. 2.
Darren Bundock/Glenn Ashby (Au) 39. 3. Lange/Espinola 44.
Männer. Star. 8. Regatta: 1. Iain Percy/Andrew Simpson (Gb). 2. Fredrik Loof/Anders Ekström (Sd). 3. Robert Scheidt/Bruno Prada (Br). - 11. Flavio Marazzi/Enrico De Maria (Sz). - 9. Regatta: 1. Loof/Ekström. 2. Percy/Simpson. 3. Scheidt/Prada. 4. Marazzi/De Maria. - 10. Regatta: 1. Marazzi/De Maria. 2. Xavier Rochart/Pascal Rambeau (Fr). 3. Scheidt/Prada. - Stand vor dem Medal Race der besten zehn: 1. Loof/Ekström 33. 2. Percy/Simpson 35. 3. Scheidt/Prada 47. 4. Rohart/Rambeau 51. 5. Marazzi/De Maria 55. 6. Mateusz Kusznierewicz/Dominik Zycki (Pol) 57.
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