[Alt + 1] zur Startseite [Alt + 2] zum Seitenanfang [Alt + 3] zur allgemeinen Navigation [Alt + 4] zur Hauptnavigation [Alt + 5] zum Inhalt [Alt + 6] zu Tipps, Hinweise und Kurzinfos [Alt + 7] zur Suche [Alt + 8] zum Login von MyNZZ [Alt + 9] zur Fusszeile
.
  • 20. August 2008, 08:29, NZZ Online

    «Nur die Spitze des Eisberges»

    «Nur die Spitze des Eisberges»

    Illegaler Datenhandel in Deutschland weitet sich aus

    Toolbox
    Druckansicht
    In Deutschland sprechen Datenschützer von einem Horrorszenario. Nicht nur Zehntausende, sondern Millionen von Datensätzen sind illegal im Umlauf. Besonders erschreckend: Auch sensible Kontodaten werden für trübe Geschäfte missbraucht.

    (sda)/uhg. In Deutschland sind laut Datenschützern die Adressen praktisch aller Bürger für Marketingzwecke im Umlauf. Die Daten werden vor allem für den Telefonverkauf, für Glücksspiele und Preisausschreiben sowie bei Verkaufsbörsen im Internet genutzt. Zwar  ist ein Grossteil der Daten legal erfasst, aber die Hinweise auf trübe Geschäfte mehren sich.  

    So vagabundierten derzeit illegal «etwa zehn bis zwanzig Millionen Kontodaten», sagte der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD), Thilo Weichert, der «Süddeutschen Zeitung» vom Mittwoch. Sie würden vor allem von Call Centern für dubiose Geschäftspraktiken genutzt.

    Anzeige
    .
    .

    Bei der Aufdeckung des Skandals um den millionenfachen Handel mit teilweise gestohlenen Daten stünden die Behörden erst am Anfang. «Wir sehen jetzt immer mehr von der Spitze des Eisbergs», sagte Weichert.

    «Ein Problem der Privatwirtschaft»

    Für den Sprecher der SPD-Fraktion im deutschen Bundestag, Dieter Wiefelspütz, ist der Datenmissbrauch vor allem ein Problem der Privatwirtschaft. «Big Brother lauert eher in der Privatwirtschaft als bei Vater Staat», sagte er der «Passauer Neuen Presse». «Der Staat ist sauber, Teile der Privatwirtschaft leider überhaupt nicht.»

    Diese Einschätzung wird aber nicht von allen Datenschützern geteilt. So hat der Kieler Konsumentenschützer Thomas Hagen Indizien gefunden, wonach selbst unter den Behörden ein illegaler Datenhandel stattfindet. Wenn man beim TÜV ein Auto anmelde, stehe nach kurzer Zeit der GEZ, der Eintreiber der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, vor der Tür und prüfe die Anmeldung des Autoradios.

    Datenweitergabe grundsätzlich erlaubt

    Grundsätzlich ist in Deutschland die Weitergabe von Daten, auch gegen Geld, erlaubt. So dürfen zum Beispiel Medienverlage Kundendaten der Werbung oder der Marktforschung zur Verfügung stellen, wenn sie sich auf bestimmte Personengruppen bezieht. Weitergegeben werden dürfen Name, Adresse und Geburtsjahr. 

    Nicht weitergegeben werden dürfen dagegen persönlichere Daten wie Telefon, Email oder gar die Kontoverbindungen. Allerdings können auch solche Daten legal weitergegeben werden, nämlich dann, wenn der Kunde eine Einwilligung im «Kleingedruckten» unterschreibt. Dies geschieht gerade im Internethandel oft, ohne dass sich der Betroffene über die Folgen klar ist.  

    . Lesen Sie mehr zum Thema CD-Fund: Kontodaten von 17'000 Bankkunden
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/kontodaten_von_17000_bankkunden_auf_cd_gefunden_1.804816.html

    .
    Leserkommentare ein- und ausblenden Leser-Kommentare: 10 Beiträge
    .
    .
    Um selbst einen Leser-Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich hier anmelden. Bitte beachten Sie die für Leser-Kommentare geltenden Richtlinien und Copyright-Bestimmungen.