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  • 19. August 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Australische Stadt sucht unattraktive Frauen

    Australische Stadt sucht unattraktive Frauen

    Umstrittener Appell des Bürgermeisters

    Mount Isa ist flächenmässig die drittgrösste Stadt der Welt, hat aber nur 25'000 Einwohner Mount Isa ist flächenmässig die drittgrösste Stadt der Welt, hat aber nur 25'000 Einwohner. (Bild: Michael Rogers)
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    In der australischen Bergbaustadt Mount Isa sind Männer deutlich überrepräsentiert. Der Bürgermeister hat nun wenig attraktive Frauen aufgerufen, in seine Stadt zu ziehen, mit der Begründung, die Männer seien nicht sehr wählerisch. Die Aktion hat für grosses Aufsehen gesorgt.


    aho. Sydney, 18. August

    Die australische Stadt Mount Isa sucht unattraktive Frauen. Mit diesem Appell hat der Bürgermeister der Bergbaustadt im Gliedstaat Queensland für grosse Aufregung gesorgt. John Molony hatte am Wochenende in einer Zeitung erklärt, «Schönheits-behinderte» Frauen sollten sich schleunigst auf den Weg nach Mount Isa machen, weil die Männer dort deutlich überrepräsentiert seien und möglicherweise nicht so hohe Massstäbe ansetzten wie ihre Vettern in den Städten. «Schliesslich ist Schönheit ja nur oberflächlich», führte der siebenfache Grossvater weiter aus, «gibt es da nicht das Märchen vom hässlichen Entlein, das sich in einen wunderschönen Schwan verwandelt?»

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    «Keine Topmänner hier»

    Hässlich fand dagegen die Vorsitzende der örtlichen Handelskammer die Kommentare des Bürgermeisters. «Eine Menge Frauen sind wütend und fühlen sich diskriminiert», sagte Patricia O'Callaghan. Sie glaube, dass auch viele Männer bestürzt gewesen seien. Auf Webseiten und im Radio äusserten sich diverse Frauen aus der Stadt mit 25 000 Einwohnern. Eine Hörerin forderte den Bürgermeister auf, doch vielleicht erst einmal in den Spiegel zu schauen, bevor er solche Aussagen mache. «Die Männer hier sind eher am Biertrinken interessiert, alles was sie tun, wenn man vorbeikommt, ist pfeifen, schreien oder hupen, genau die Art zu kommunizieren, die ich so liebe», sagte die 26-jährige Catherine Willett, die seit zehn Monaten in «the ISA» lebt, wie die Einwohner den Ort nennen, in dem grosse Silber-, Zink- und Bleiminen betrieben werden. «Um ehrlich zu sein, es gibt einfach keine Topmänner hier.»

    Bürgermeister Molony war am Montag von der Kritik unbeeindruckt und setzte in einem Radiointerview sogar noch einen drauf. Es gebe in seiner Stadt weniger Konkurrenz für die hässlichen Damen, sagte der Besitzer eines Ladens für Country- und Westernkleidung. Ihm war auch aufgefallen, dass häufiger «nicht so attraktive Frauen mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht» die Strasse in seiner Stadt entlangspazieren. «Ganz gleich, ob eine Erinnerung an den vergangenen oder Vorfreude auf den kommenden Abend, jedenfalls ist da ein Glücksgefühl zu sehen.»

    Harsche Lebensbedingungen

    Ausser von den rauen Burschen in Mount Isa werden viele Frauen vermutlich auch durch die harschen Lebensbedingungen abgeschreckt, im Sommer liegen die Temperaturen in der Wüstenstadt regelmässig bei 40 Grad, im Blut von Kindern sind hohe Bleiwerte gefunden worden, und die Hauptattraktion ist ein künstlicher See ausserhalb der Stadt, wo man Wasserski laufen kann. Ausserdem ist Mount Isa die selbsternannte Rodeo-Hauptstadt Australiens. Die zwei bekanntesten Personen aus Mount Isa waren beide Weltklassesportler und sind nach allgemeiner Ansicht durchaus attraktive Männer: der Golfer Greg Norman und Tennisstar Patrick Rafter.

     


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