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  • 18. August 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Kultivierter Tonfall

    Kultivierter Tonfall

    Das García-Abril-Quartett in Feusisberg

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    tsr. Auf seiner achten Station machte der diesjährige «Musiksommer am Zürichsee» in Feusisberg halt. Das von Graziella Contratto und Giovanni Bria konzipierte Festival im Grenzgebiet der Kantone Zürich, St. Gallen und Schwyz, das nunmehr seit dreizehn Jahren besteht, feierte damit eine kleine Premiere. Die katholische Pfarrkirche mit ihrem barocken Interieur und ihrer guten Akustik stellte einen idealen Raum für eine kammermusikalische Veranstaltung dar. Das Konzert bot Gelegenheit, das junge García-Abril-Quartett kennenzulernen. Die beiden Geiger Gabriel Estarellas Pascual und Melinda Suat-Lee Stocker, die Bratschistin Lea Gabriela Heinzer und der Cellist Ilija Andrianov formierten sich im Jahr 2004 an der Hochschule für Musik und Theater Zürich. Ihren Namen verdanken sie dem spanischen Komponisten García Abril. Das Quartett ist Preisträger des Kammermusikwettbewerbs 2007 des Migros-Kulturprozents und bildet sich zurzeit beim Carmina-Quartett weiter.

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    Mit dem Streichquartett op. 96 von Antonín Dvorák, dem «amerikanischen», setzten die vier Musiker ein beliebtes, aber auch anspruchsvolles Werk an den Anfang ihres Programms. Ihre Wiedergabe gefiel durch harmonisches Zusammenspiel, reine Intonation und kultivierten Tonfall. Den dritten Satz hätte man sich allerdings noch etwas pointierter und das Finale noch etwas gepfefferter vorstellen können.

    Die eigentliche Nagelprobe folgte mit Robert Schumanns a-Moll-Streichquartett op. 41/1. Wie schon die kontrapunktisch geprägte Einleitung des Kopfsatzes hören liess, wollten die Spieler weniger den grüblerischen Charakter des Werks betonen als vielmehr dessen hellere und leichtere Seiten herausstreichen. Nicht ganz makellos geriet das Finale mit seinen exponierten Sololäufen in allen Stimmen. Voll in ihrem Element waren die vier Streicher bei García Abrils «Cuarteto para el nuevo milenio», das der Komponist im Jahr 2000 eigens für sie geschrieben hatte. Bei der Interpretation paarten sich Vertrautheit mit dem Werk und der Mut zu einer emotional an die Grenzen gehenden Darstellung. Abrils Musik, die mit der Tradition von Kunst- und Volksmusik verwachsen ist, bietet eine reiche Palette von sinnlichen, melancholischen, volkstümlichen und draufgängerischen Tonfällen an. All dies setzte das Quartett in einer packenden Weise um, so dass man noch gerne mehr davon gehört hätte.

    Feusisberg, katholische Kirche, 16. August.
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