Dienstag, 06. Januar 2009, 12:43:49 Uhr, NZZ Online
Halbjahresgewinn geschrumpft – Starker Zufluss an Neugeldern
(ap) Pierin Vincenz, Konzernchef der genossenschaftlich organisierten Bankengruppe mit 367 selbstständigen Mitgliedsbanken, zeigte sich am Mittwoch trotz Gewinnrückgang mit dem ersten Halbjahr zufrieden. Raiffeisen geniesse in schwierigem Umfeld das Vertrauen der Kundschaft, sagte er vor den Medien.
Die Kundengelder wuchsen seit Ende 2007 um 5,2% auf 99 Mrd. Franken. Die Kundenausleihungen legten um 3,4%auf 104,9 Mrd. Franken zu. Davon waren 97,8 Mrd. Fr. Hypothekarforderungen, 3,7% mehr als Anfang Jahr. Es war gemäss den Angaben die höchste Zunahme, die je in einem Halbjahr erzielt wurde.
Vincenz bezeichnete dies mit Blick auf den stagnierenden Gesamtmarkt als bemerkenswert. Raiffeisen schätzt den Anteil am Hypothekarmarkt auf 14,2 Prozent. Der Betriebsertrag der drittgrössten Schweizer Bankengruppe stagnierte bei 1,148 Mrd. Franken. Dagegen nahm der Geschäftsaufwand um 8,8% auf 692 Mio. Fr. zu.
Der Kosten-Ertrags-Satz verschlechterte sich von 55,4 auf 60,3 Prozent. Laut Vincenz ging dies vor allem auf Investitionen in ein neues Informatikprogramm und den Ausbau des Firmenkundengeschäfts zurück, ebenso auf die Vergrösserung des Personalbestands um 6,1% auf 7'327 Vollzeitbeschäftigte.
Raiffeisen verwaltete Kundenvermögen im Betrag von 121,9 Mrd. Franken. Das waren 3,4 Prozent mehr als Ende 2007. Dagegen sanken die verwalteten Depotvolumen um 2,3 Prozent auf 35,003 Milliarden Franken, vor allem wegen negativer Kursentwicklungen in Fonds- und Aktienvolumen. Die Zahl der Raiffeisen-Genossenschafter stieg seit Anfang Jahr um rekordhohe 3,6% auf knapp 1,5 Millionen. Die Zahl der Raiffeisen-Standorte blieb bei 1'155.
Der Ausblick fiel verhalten zuversichtlich aus. Die Wachstumsstrategie scheine auch 2008 aufzugehen, hiess es. Im Kundengeschäft werde eine positive Volumenentwicklung erwartet. Erfolgsseitig erwartet die Gruppe unter schwierigen Bedingungen ein gutes Ergebnis. Das Resultat des Rekordjahres 2007 werde aber nicht ganz erreicht.
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