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Mittwoch, 20. August 2008, 15:04:52 Uhr, NZZ Online
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Buchrezensionen
20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Gefährlicher Geist und Freund der Mosel
Zwei Studien zu Leben, Werk und Wirkung des konservativen Staatsrechtlers Carl Schmitt
Das historische Buch Carl Schmitt war ein Freund der Mosel. Er fühle sich diesem Fluss sogar wesensverwandt, versicherte er 1950, denn auch er sei defensiv, langsam, geräuschlos, nachgiebig. Schwer zu glauben: Schmitt, ein Mann, der zeitlebens auf der Suche nach
...
20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Glücklich ist, wer vergisst
Die Schweiz liegt am Meer – Sebastian Schinnerls Roman «In hellen Nächten»
Die Schweiz oder Österreich, das ist hier die Frage. In seinem faszinierenden Roman «In hellen Nächten» blendet der Österreicher Sebastian Schinnerl, Jahrgang 1960 und heute Ingenieur in St. Gallen, die beiden Alpenländer auf geradezu perfide Weise ineinander. Offensichtlich spielt dieses
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20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Ein unbedingt redlicher Geist
Die Edition seiner Korrespondenz zeigt Franz Overbeck als empfindsamen Intellektuellen
Ganz fein, zart und durchgeistigt wirkt Franz Overbeck auf den Porträtaufnahmen, die die wunderschöne Auswahl seiner Briefe illustrieren. Faksimiles einiger Briefseiten lassen hingegen eine entschiedene, markante Handschrift erkennen. Auch der eigenwillige Stil des Basler Ordinarius für neutestamentliche Exegese und ältere
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20. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Alles war Umweg
«Heimliche Feste» – neue Gedichte von Uwe Kolbe
Uwe Kolbe ist ein Dichter des Unterwegsseins: Er kartografiert seine Heimatgefühle, ohne sich seines Existenzrechts an den besungenen Sehnsuchtsorten je gewiss zu sein. Seine Phantasien des Nomadisierens trieben bereits den jungen Kolbe durch den «Vaterlandskanal» der frühen DDR-Jahre hindurch, vorbei
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19. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Hommage an Frankreich, und mehr
Julien Greens «Erinnerungen an glückliche Tage»
Lesezeichen Von Marcel Proust kennen wir «Les plaisirs et les jours» – Prosastücke über Leben, Liebe und Kunst, die den Blütenduft des Fin de Siècle mit der Sehnsucht nach bedeutender Autorschaft verbinden. Aber Proust war mit seinem Erstling noch lange
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19. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Kreativer Elan trifft auf Zerrüttungen aller Art
Eine faszinierende Anthologie neuer Literatur aus Kroatien
Kaum einer wäre berufener, eine Anthologie neuer kroatischer Literatur herauszugeben, als der Zagreber Verleger Nenad Popovi, der in seinem 1990 gegründeten Verlag Durieux all jenen jugoslawischen Autoren ein Forum bot, die sich dem nationalistischen Wahnsinn und der grassierenden Kriegsrhetorik vehement
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19. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Verlorene Illusionen
Wendy Guerra – autobiografisch
Die Kubanerin Wendy Guerra, 1970 geboren, machte sich in ihrer Heimat bereits im Teenageralter als Lyrikerin einen Namen, absolvierte dann die Kunstschule ISA in Havanna und war danach vor allem als Fernsehmoderatorin und Schauspielerin tätig. Mit «Alle gehen fort» (2006
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19. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Neugieriges Flackern
Kurzgeschichten der Spanierin Berta Marsé
Man soll sich nie ein Urteil über jemanden anmassen, lautet eine Indianerweisheit, bevor man nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen ist. Lurdes Asenjo macht also einen Fehler, wenn sie über den Vater eines Mitschülers ihrer dreizehnjährigen Tochter Maite
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Architektur der Aufmerksamkeit
Architektur der Aufmerksamkeit
Qet. Was sind die echten Viren gegen die virtuellen? Dass damit nicht ein Bazillus der neuen Informationstechnologie gemeint ist, sondern ein gefährlicher Multiplikator der menschlichen Zivilisation, macht der 1958 im damaligen Jugoslawien geborene und heute in Budapest lehrende Kunsthistoriker Zoltán
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Der ewige Widerstand
Der ewige Widerstand
Jdl. Der Anlass war konkret. Als im Jahr 2000 die christlichsoziale Österreichische Volkspartei mit der rechtspopulistischen und offen ausländerfeindlichen Freiheitlichen Partei Jörg Haiders eine Regierungskoalition einging, formierte sich eine zivile Gegenkraft, die durch Demonstrationen und Manifeste Widerstand gegen die neue
...
16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Prager Pandämonium
Prager Pandämonium
aul. Er war ein Mann zweier Welten. Als reicher Bankier Gustav Meyer gab er den Lebemann und Dandy, nach einer existenziellen Krise war er Gustav Meyrink, der verarmte Schriftsteller. Prag, die Heimatstadt seit der Kindheit, hat Meyrink 1903 verlassen, um
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Alter Wein
Alter Wein
upj. In plakativsten Tönen wird hier von einer «neuen» kopernikanischen Wende in Sachen Moral gesprochen: Die moderne Hirnforschung habe gezeigt, dass unsere Werteorientierungen im Wesentlichen auf Hirnprozessen beruhen und nicht auf einer sorgsamen Erziehung zum moralisch Guten. Überhaupt das sogenannt
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Amerika, Amerika
Amerika, Amerika
rox. Viele deutsch-jüdische Schriftsteller und Schriftstellerinnen sind im 20. Jahrhundert – vor oder nach dem Holocaust – in die USA emigriert. Das Amerika-Erlebnis hat sich in ihren Texten niedergeschlagen. Und zwar nicht nur bei den Berühmten; bei Franz Kafka, Joseph
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Psychologie des Bösen
Psychologie des Bösen
lx. «Um zu verstehen, warum gewöhnliche Deutsche in den 1930er und 1940er Jahren zu Tätern des Bösen wurden, sollten wir aufhören, in ihren genetischen und persönlichen Eigenschaften, in ihren mutmasslichen Dispositionen zu suchen.» Stattdessen müsse man – so Philip Zimbardo,
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Die Bora weht Geschichten in die Welt
Irrlicht über dem Balkan – Miljenko Jergovis atemberaubende Familiensaga «Das Walnusshaus»
Auf ein solches historisches Epos aus dem Raum des Balkans hat man lange gewartet. Mit welcher Souveränität der 1966 in Sarajevo geborene und seit 1993 in Zagreb lebende kroatische Schriftsteller Miljenko Jergovi in die Fussstapfen von Grossmeistern wie Aleksandar Tima,
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Souverän erst seit 1798?
Souverän erst seit 1798?
tmn. 1499 de facto, 1648 de iure: Diese Schulweisheit ist die ebenso falsche wie unausrottbare Antwort auf die Frage, wann und wie die Schweiz ihre Unabhängigkeit erlangt habe. So ist Bernd Marquardts Angriff auf diese Daten legitim, wenn auch –
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Die zweite Geige spielen
Die zweite Geige spielen
In poetischen Bildern und parabelhafter Symbolik erzählt Francisco Vargas die Geschichte einer armen Indio-Familie, die im Mexiko von heute um ihr Überleben kämpft: Grossvater Don Plutarco (Ángel Tavira), ein alter Bauer und Geigenspieler, Sohn Genaro (Gerardo Taracena) und Enkel Lucio
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Kino des Hungers
Kino des Hungers
Um kaum einen brasilianischen Filmemacher ranken sich so viele Mythen und Diskurse, Provokationen und Posen wie um den 1981 erst 43-jährig verstorbenen Glauber Rocha. Er war der innovativste und wohl auch radikalste Kopf des Cinema Novo, jener Bewegung junger brasilianischer
...
16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Papst auf Besuch
Papst auf Besuch
Der Film der beiden uruguayischen Regisseure Enrique Fernández und César Charlone – der auf DVD nun leider ohne Bonustrack erschienen ist – präsentiert sich als das Gegenteil des magischen Realismus, jenes vor allem südamerikanischen Filmgenres, in dem das Wünschen jeweils
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
«Judenbuche» neu gelesen
«Judenbuche» neu gelesen
a ls. Es kann auch im Jahre X nach den scheppernden Befreiungstrompeten der Postmoderne vorkommen, dass wissenschaftliche Gemeinden dem Credo der pluralen Meinungen nicht gerne folgen und stattdessen die Deutungshoheit gewisser kultureller Phänomene für sich in Anspruch nehmen. Gegen eine
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Faust ein Sozialdemokrat?
Friedrich Dieckmanns Goethe-Essays
Die Zeiten, in denen Goethes Faust als kühner Grenzüberschreiter und Fortschrittsheld gepriesen wurde, sind lange vorbei. Heute besteht unter Goethe-Forschern fast Einigkeit, dass das «unbedingte Streben» dieses Hyperaktivisten ein Bild für die brutale Dynamik der Industrialisierung ist. Das Bündnis mit
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16. August 2008, Neue Zürcher Zeitung
Kroatien liegt mitten in Europa
Liebe und Krieg – traurig funkelnde Erzählungen von Roman Simi
Die Philosophen des Fussballs wissen es schon lange, die Beobachter der Literatur merken es auch langsam: Selbst ein Land mit 4,5 Millionen Einwohnern kann Anspruch auf Weltklasse haben. Der kroatische Autor Roman Simi (geb. 1972) hat sich auch als Redaktor
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