Mittwoch, 07. Januar 2009, 05:39:12 Uhr, NZZ Online
rbp. Paris, 19. August
Die Region bei Sarubi, 60 Kilometer östlich der afghanischen Hauptstadt Kabul, ist seit längerem Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen der von der Nato unterstützten Regierungsarmee und den Taliban. Am Montagnachmittag geriet eine aus Franzosen und Afghanen bestehende Einheit in einen Hinterhalt. 10 französische Fallschirmspringer der Marineinfanterie wurden dabei getötet und 21 verletzt. Dies bestätigte das Verteidigungsministerium in Paris.
Präsident Sarkozy reagierte sofort und erklärte, trotz diesen schweren Verlusten werde er den Kampf gegen den Terrorismus und für die Demokratie und die Freiheit entschlossen fortsetzen. Bei diesem Engagement in Afghanistan stehe die Ehre Frankreichs auf dem Spiel. Auf dem Spiel steht für den Staatschef auch seine Wende im Verhältnis zur Nato. Im Rahmen der Annäherung an die Vereinigten Staaten und als Unterpfand seines Wunschs, Frankreich wieder vollständig in die integrierte militärische Kommandostruktur der Allianz zu führen, hatte er im April eine Verstärkung der französischen Truppen in der Isaf angekündigt. Heute sind rund 3000 französische Militärs in verschiedenen Zonen Afghanistans im Einsatz. Sie beteiligen sich nicht nur an der Versorgung und Ausbildung, sondern auch an Operationen in umkämpften Gebieten. Diese Präsenz wird als solche in Frankreich kaum in Frage gestellt; die «Unterordnung» der französischen Intervention unter den Nato-Oberbefehl und der angebliche Anschluss an die amerikanische Sicherheitsdoktrin im Mittleren Osten wurden dagegen von der Opposition im Frühling heftig kritisiert.
Die französische Linke hütete sich aber tunlichst, im Kontext der jüngsten dramatischen Ereignisse sogleich eine neue politische Polemik vom Zaune zu brechen. Auch die Parteichefin der traditionell antiamerikanischen Kommunisten beschränkte sich darauf, in einem Communiqué den Angehörigen der Opfer ihr Beileid auszusprechen. Nur Jean-Marie Le Pen sagte, es sei nicht die Pflicht der französischen Soldaten, sich für Uncle Sam töten zu lassen. Die 10 Militärs seien nicht für Frankreich gefallen, sondern Opfer einer desaströsen Politik der Angleichung an die USA geworden.
Kabul, 19. Aug. (ap) Der afghanische Präsident Hamid Karzai will sich im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen. Karzai sagte am Dienstag in einem Interview, er müsse seine Arbeit vollenden und wolle daher 2009 erneut antreten. Der Präsident hatte bereits in der Vergangenheit Interesse an einer weiteren Amtszeit bekundet, seine Kandidatur aber noch nicht definitiv angekündigt.
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